Über das (Über-)leben in der Türkei

Hallo Leute!

Was man aus der Türkei hört, wird von Tag zu Tag schlimmer – Menschenrechte wie Meinungsfreiheit werden von Tag zu Tag mehr beschnitten, Journalisten kommen ins Gefängnis, nur weil sie ihren Job machen. Eine, die besonders im Schussfeld der Regierung steht, trägt den gleichen Namen wie der Staatspräsident selbst.

Nicht einmal das Schweigen gehört uns noch

Daten

Autorin: Asli Erdogan
Verlag: Albrecht Knaus
ISBN: 3813507807
Preis: 17,99€
gebundene Ausgabe, 192 Seiten

Inhalt

Asli Erdogan ist eine Symbolfigur des türkischen Widerstands. Schon seit Jahrzehnten setzt sie sich für die Meinungsfreiheit ein und in den Protesten rund um den Gezi-Park und den Putschversuch wurde sie mehr und mehr zur Galionsfigur der Bewegung.

Mit „Nicht einmal das Schweigen gehört uns noch“ veröffentlicht sie einige Assays, die direkt aus der Krise stammen – vom Leben in Istanbul während des Putsches von 2016, in dem sie von der Angst berichtet, dass die Menschen, die man liebt, nicht wiederkommen über die ständige Angst, das Gefühl, vom Geheimdienst beobachtet zu werden. Es geht um den Umgang mit den Minderheiten von Armeniern und Kurden in der Türkei und es geht um das Gefühl, dass einer jungen Frau ihre geliebte Heimat einfach entgleitet.

In einen politisch-historischen Kontext werden die Assays von Erdogan durch ein ausführliches Vorwort von Cem Özdemir, der die politische Situation und die gegenwärtigen Entwicklungen ausführlich schildert.

Fazit

Asli Erdogan gehört zu den wichtigsten Stimmen der türkischen Opposition. Schon lange darf sie das Land nicht mehr verlassen, ihr droht der Knast. Das Leben, das sie für ihre Rolle als politische Schriftstellerin aufgegeben hat, war das einer vielversprechenden Wissenschaftlerin, die sogar am CERN in Genf arbeitete. In ihren Romanen versucht sie, Negatives ins Positive zu verkehren.

So beleuchtet sie in ihren Assays ihre eigene Heimat auf verstörende Art und Weise. Natürlich hat man sich schon ein eigenes Bild gemacht von dem Land, das mehr und mehr in eine Diktatur steuert (wenn es nicht schon dort ist). Ganz unterschiedliche Aspekte werden gezeigt, die das Land immer mehr in die Katastrophe steuern. Ich selbst war 2014 dort und hatte schon das Gefühl, dass eine gewisse Unruhe im Land herrscht. Aber es war noch alles einigermaßen ruhig – im Vergleich zu heute.

Asli Erdogan kann nicht mehr schweigen, sie will es auch gar nicht – auch wenn sie sich mit ihren Assays mehr und mehr in Gefahr begibt, wie so viele ihrer Kollegen in einem türkischen Knast zu verschwinden – auf Nimmer Wiedersehen. In ihren bewegenden Geschichten erzählt sie aus einem Land, das längst nicht mehr den Menschen gehört, sondern der führenden Elite. Sie berichtet von Angst und Unterdrückung in der Diktatur. Sie öffnet dem Leser aber vor allem die Augen,

Von mir gibt es klare 5 Sterne.

In diesem Sinne

Eure Anke

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