Speer – Der Architekt des Todes

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Hallo Leute!

Aus der Geschichte kann und muss man lernen. Dazu ist es nötig, sich mit den unterschiedlichsten Biografien zu beschäftigen.

Ein Hauptcharakter der Maschinerie des Zweiten Weltkriegs war sicherlich Albert Speer, zuerst Hitlers Hofarchitekt und später sogar Rüstungsminister. Und er war der einzige hohe Funktionär, dem es später gelang, sich rauszureden und der Todesstrafe zu entgehen.

Magnus Brechtken hat sein Leben neu analysiert.

Albert Speer – Eine Deutsche Karriere

Daten

Autor: Magnus Brechtken

Verlag: Siedler

ISBN: 3827500400

Preis: 40€

Gebundene Ausgabe, 912 Seiten

Inhalt

Der Name Albert Speer ist wohl jedem, der sich mit dem Zweiten Weltkrieg beschäftigt hat, schonmal über den Weg gelaufen. Seit 1931 war er Mitglied der NSDAP und stieg dort schnell zum engsten Vertrauten des Diktators auf. Er war der Lieblingsarchitekt und später auch als Rüstungsminister ist er auch der Architekt der Tötungsmaschinerie.

Nach dem Krieg gelingt es ihm aber, der Todesstrafe zu entgehen. Er schafft einen ganz eigenen Mythos, den Mythos eines eigentlich unpolitischen Mitläufers. Und damit schafft er für eine ganze Generation die Basis dafür, sich zu entschulden.

Magnus Brechtken hat sich jahrelang mit diesem Mythos beschäftigt – detailliert analysiert er, wie es Hitlers Lieblingsarchitekt gelingt, der Todesstrafe zu entgehen und wie Menschen in ganz Deutschland diese Strategie dankbar aufnehmen, um ihre eigene Schuld loszuwerden.

Fazit

Für mich sind solche Biografien immer irgendwie bewegend. Das Thema Weltkrieg begleitet mich seit meiner Kindheit. Mein Opa hat immer viel aus seiner Heimat erzählt, die er nach dem Krieg verlassen musste. Von seiner eigenen Rolle bei der Wehrmacht und in der Gefangenschaft in Polen aber erzählte er wenig. Ein Besuch von Fotodokumentationen ist daher bei mir immer beklemmend, weil ich immer ein bisschen Angst habe, ihn wiederzuerkennen. Als ich selbst dazu bereit war, Fragen zu stellen, war er leider schon nicht mehr da.

Speer ist für mich ein interessanter Charakter, an dem sich gut zeigen lässt, wie die Maschinerie im, vor allem aber nach dem Krieg funktionierte. Speer gelang es, alle so zu manipulieren, dass seine eigene Schuld plötzlich nichts mehr wog – anstatt Todesstrafe bekam er nur 20 Jahre Zuchthaus, die er vollständig absaß, danach soll er aber sogar ungeniert Beutekunst verkauft haben.

Diese Manipulation nimmt eine ganze Generation begierig auf. „Wenn der unpolitisch sind, haben wir wohl auch keine Schuld“.

Brechtken gelingt eine umfassende Biografie Speers kombiniert mit einer Analyse, welche Wirkung Speer auf seine Generation hatte. Umfangreiches Quellenmaterial wird durchgearbeitet. Dennoch liest sich die Biografie sehr angenehm – auch für den Laien.

Von mir gibt es klare 5 Sterne.

In diesem Sinne

Eure Anke

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