Bewegend – Erzählungen aus einem abgeschotteten Land

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Hallo Leute!

Nach dem Tod Otto Warmbiers und nach den stetigen Provokationen des Kim Regimes gegenüber dem Westen durch Atomtests schaut die Welt auf Nordkorea. Kaum einer weiß wirklich, wie es den Menschen im „Gefängnis ohne Gitter“ wirklich geht, die Welt sieht nur, was sie sehen soll.

Ein unter einem Pseudonoym schreibender Autor aus Nordkorea will dies ändern und lässt seine Manuskripte unter höchster Gefahr aus dem Land schmuggeln. Seine Kurzgeschichten aus Nordkorea sind nun erstmals auch auf Deutsch erschienen…

Denunziation

Daten

Autor: Bandi

Verlag: Piper

ISBN: 3492058221

Preis: 20€

Gebundene Ausgabe, 224 Seiten

Inhalt

Es ist weder geklärt, woher die Manuskripte stammen und wer Bandi tatsächlich ist. Angeblich sollen die Geschichten aber direkt aus dem Kim Regime stammen und Bandi soll die Manuskripte heimlich über die Grenze haben schmuggeln lassen – unter intensivster Gefahr, denn wenn man sie findet, ist nicht nur Bandi in höchster Gefahr, sondern seine ganze Familie.

Die Kurzgeschichten erzählen vom Leben im wohl abgeschottetsten Staat der Erde – von einer Mutter, deren Kind wahnsinnige Angst hat vor den Bildern des geliebten Führers, weshalb sie am Nationalfeiertag die Rollos runterlässt – die Familie muss daraufhin Pjöngjang verlassen und aufs Land ziehen.

Die Geschichten erzählen von Angst und Flucht, von unmäßigen Reaktionen auf Nichtigkeiten – von einer Gesellschaft, die bestimmt wird von Pflichten und Kontrolle, von einer Gesellschaft, die weiter nicht entfernt sein könnte als von unserer.

Fazit

Nordkorea gilt als das abgeschottetste Land der Erde. Niemand weiß genau, was dort wirklich passiert und wie das diktatorische Kim-Regime seine Leute unter Kontrolle hält. Ein paar Flüchtlinge haben zwar ihre Geschichte erzählt, ihre Beweggründe, die individuellen Geschichten, über den Alltag aber hört man wenig.

Das ändert der literarische Denunziant Bandi. Er schreibt heimlich, er schreibt, wenn keiner zuschaut. Seine handgeschriebenen Manuskripte werden geschmuggelt und berichten von all den Repressionen, all den Schikanen, unter denen ganze Familien leiden müssen, wenn nur einer aus der Reihe tanzt. Ein Kind soll lieber vor Angst schreien, epileptische Anfälle bekommen, als das eine Mutter die Rolläden schließen und damit das einheitliche Bild eines Wohnblocks gefährtet. Die Blockwärtin meldet das Gespräch unmittelbar weiter.

Die Geschichten sind zum Teil bewegend, zum Teil einfach nur schrecklich. In einem Brief etwa berichtet ein junger Mann einem Freund, warum er sich auf die gefährliche Flucht begibt. Oder es gibt eine Geschichte über einen Journalisten, der Gewissensbisse hat, als er einen Artikel über die Soja-Wirtschaft schreiben soll, die aber bei weitem nicht ausreicht, um die Provinz ausreichend zu versorgen.

Die Geschichten treiben einem beim Lesen zum Teil die Tränen in die Augen, ein Drücken setzt auf der Brust ein und man bekommt ein Gefühl dafür, was die Menschen unter den Kim Diktatoren wirklich ertragen müssen.

Von mir gibt es für dieses bewegende Buch klare 5 Sterne. Das sollte jeder gelesen haben, der über das Thema Nordkorea mitreden möchte.

Von mir gibt es klare 5 Sterne.

In diesem Sinne

Eure Anke

 

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