In deutschen Moscheen

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Hallo Leute!

Der Islam ist in unserer Gesellschaft ein absolutes Thema – immer häufiger „stolpert“ man über Moscheen, Diskussionen über Burkaverbote und Islamismus sind beinahe täglich in den Schlagzeilen.

Es wird immer über die Inhalte des Islam gesprochen, doch was wirklich in den Freitagspredigten in Deutschland passiert, weiß niemand.

Der auf den Islam spezialisierte Journalist Constantin Schreiber hat sich dem Thema angenommen.

Inside Islam

Daten

Autor: Constantin Schreiber

Verlag: Econ

ISBN: 3430202183

Preis: 18€

Broschiert, 256 Seiten

Inhalt

Constantin Schreiber beschäftigt sich beruflich mit dem Islam in Deutschland. Als er den Auftrag bekommt, für einen TV Beitrag eine Freitagspredigt in einer Berliner Moschee aufzunehmen. Mehr zufällig stößt er dabei auf Schriften, in denen steht, dass man als Moslem ausschließlich dem göttlichen Gesetz untersteht, nicht aber dem weltlichen. Das lässt ihn stutzen. Er informiert sich über den Träger der Moschee und erfährt, dass der tatsächlich in der Türkei sitzt. Auf Nachfrage weiß dort niemand, wer denn das Buch dort liegengelassen hat.

Schreiber jedoch beginnt, sich für die unterschiedlichen Moscheen in Deutschland zu interessieren. Innerhalb von 6 Monaten besucht er 13 Freitagsgebete überall im Land verteilt. Da er gut arabisch spricht, kann er das Projekt alleine und ganz ohne Kamera angehen. Einzig mitbeten (um nicht aufzufallen) will Schreiber nicht.

Im Anschluss übersetzt er das Gesagte ins Deutsche und versucht die Predigten in einen aktuellen Zusammenhang zu setzen und bespricht sich anschließend mit unterschiedlichen Islamexperten – auch der Iman selbst darf nochmal seine Interpretation erklären.

Fazit

Nun, das Buch liest sich schon interessant. Der Islam, so exotisch er einem auch vorkommt, ist doch inzwischen mitten in unserer Gesellschaft – und viele Moscheen werden vom Verfassungsschutz beobachtet – eben weil es verfassungsfeindliche Tendenzen gibt. Natürlich geht er reißerisch auch in solche Moscheen, die eben solche problematischen Aussagen in der Vergangenheit getätigt haben. Dadurch entsteht teils ein etwas schwieriger Eindruck – ich persönlich hätte die bekannten Hinterhofmoscheen, die irgendwo über einem Supermarkt liegen, eher weggelassen und wäre eher zu den großen und bekannten Moscheen gegangen – auch da hätten sich genügend schwierige Aussagen gefunden. Mir wirkt das Ganze zwar sehr investigativ – Schreiber disqualifiziert sich allerdings manchmal mit allzu reißerischen Interpretationen. Das spürt man schon am Titel – nach 13 Freitagspredigten in 13 Moscheen ist man noch lange nicht Inside Islam – höchstens Inside Moschee.

Mich hat allerdings viel mehr erstaunt, dass viele der Moscheen einem Trägerverein unterstehen, der etwa aus der Türkei die Themen für eine Freitagspredigt vorgeben. Das macht eine Anbindung an das heutige Leben äußerst schwierig.

Dazu kommt eine sehr irritierend weltfremde Sprache mit Aussagen, die sich eher auf eine andere Region und eine ganz andere Zeit zu beziehen scheinen. Ich hatte meine Last, viele der Texte ohne Erläuterung zu verstehen, eben weil ich in das Thema „Islam“ nicht ganz so sehr involviert und viel zu wenig informiert bin. Dabei sind natürlich die Infos der Islamwissenschaftler durchaus spannend und hilfreich – meiner Meinung nach sind sie allerdings auch oft nicht genug.

Gelernt habe ich vor allem, dass ich mich noch mehr mit dem Thema Islam auseinandersetzen sollte um die komplexen Aussagen selbst besser verstehen zu können.

Von mir gibt es lesenswerte 4 Sterne.

Eure Anke

 

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