Die Drei vom Altenheim Abendhain

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Hallo Leute!

Bereits zum dritten Mal erscheint nun ein Roman von Minna Lindgren. Und zum dritten Mal begeistern die drei alten Ladys Sirii, Irma und Anna-Liisa in ihrem Altenheim „Abendhain“ am Stadtrand von Helsinki…

Sherry für drei alte Damen

Daten

Autorin: Minna Lindgren
Verlag: Kiepenheuer & Witsch
ISBN: 346204916X
Preis: 14,99€
Broschiert, 288 Seiten

Inhalt

Die Technisierung hat Einzug gehalten im Abendhain. Die drei Witwen, alle inzwischen über 95 Jahre alt, werden nur noch von Technik umgeben. Sie werden mit einem Bibelspruch und den Ereignissen der letzten Nacht geweckt. Manche Bewohner haben sogar schon einen Pflegeroboter, der sie ins Bett bringt. Essen gibt es in der automatischen Kantine, Farbe und Form kann man dort wählen, Geschmack leider nicht. Und für Besuch wird es immer schwieriger, zu den alten Menschen zu kommen – schließlich braucht man ja einen Schlüsselchip.

Nur die Ratten, die kommen durch. Der alte Freund der alten Damen, der Häftling Mika, soll sie beseitigen und schmiedet dabei eine Allianz mit den Ladys.

Außerdem gehen merkwürdige Prediger im Haus rum, sie stammen angeblich von einem christlichen Verein und versuchen, die Bewohner davon zu überzeugen, ihr Testament zu deren Gunsten zu ändern. Das aktuelle Opfer ist Anna-Liisa, die kürzlich ihren reichen Botschaftergatten Onni verloren hat.

Und dann passieren plötzlich merkwürdige Unfälle – eine Spielekonsole hängt in Dauerschleife fest, die Tennisspielende Bewohnerin stirbt an Erschöpfung. Eine Bewohnerin wird unter ihrem Pflegeroboter gefunden. Den drei Spürnasen kommt das merkwürdig vor.

Eins ist für die drei Damen klar – die Technik muss weg, und zwar dringend. Sie planen einen Anschlag auf das Allerheiligste im Abendhain – den Serverraum.

Fazit

Nun, Pflegenotstand scheint auch in Finnland ein echtes Thema zu sein. Denn man hört vordergründig eine ganz nette Geschichte über die skurrilen, alten Ladys, die gerne mal auf ihrem iPad recherchieren und gerne mal mit witzigen Sprüchen um sich werfen.

Gleichzeitig hat man aber auch eine pseudochristliche Bande, die die Alten möglichst kostengünstig in einer Art Gefängnis halten. Der Besuch durch Angehörige bleibt ihnen quasi verwehrt, aber sie haben einen Pflegeroboter oder einen Streichelroboter. Dabei stellen sich bei mir die Nackenhärchen auf – denn das hört sich ja schon ganz schön gruselig an.

So gelingt Minna Lindgren ein interessanter Spagat zwischen einer skuril-lustigen Geschichte und ihrem eigenen, doch sehr ernsten Hintergrund. Denn häufig vereinsamen die Bewohner in ihren Altenheimen, was durch eine fortschreitende Technisierung natürlich noch wesentlich dramatischer werden könnte. Denn wenn sich die drei alten Ladys nicht gegenseitig hätten, wären sie alleine. Die Bewohner sind längst nicht alle so helle wie Siiri, Irma und Anna-Liisa. Und so durchschauen sie auch, was die Leute vom Verein wirklich vorhaben – und legen der Technik das Handwerk.

Für mich ist dieser Band übrigens mit Abstand der Beste aus der Reihe!

Ich durfte übrigens so eine Streichelrobbe mal ausprobieren – die fühlen sich beängstigend real an.

In diesem Sinne

Eure Anke

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