{Reisen} Schade eigentlich…

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Hallo Leute!

Welch coole Idee. Annett Gröschner reist relativ viel. Und sie entdeckt die Städte gerne per Zufall und nicht per Reiseführer. Deshalb steigt sie in jeder Stadt einfach in die Linie 4 – und entdeckt so die Städte auf ihre ganz eigene Art und Weise.

Die Städtesammlerin

Daten

Autorin: Annett Gröschner

Verlag: penguin

ISBN: 3328100725

Preis: 9€

Taschenbuch, 224 Seiten

Inhalt

Schon in ihrer Kindheit in Magdeburg hat Annett Straßenbahn fahren geliebt. Daher kommt bis heute auch ihre Faszination – besonders für die Linie 4, die sie als Kind oft nehm, da sie sie und ihre Familie in die Stadt und zurück brachte.

Und so entstand die Idee. Überall, wo sie das Leben hinführte, die Linie 4 einmal von Vorne nach Hinten durchzufahren. Einzige Voraussetzung: Es darf keine U-Bahn sein, sie muss die Stadt sehen und am Leben dort teilnehmen.

So kommt sie in Ghettos und in Villenviertel, mal sitzt sie neben einer jungen Soldatin, die ein Maschinengewehr auf dem Schoß liegen hat, mal fährt sogar die gleiche Straßenbahn durch Rumänien, mit der sie als Kind in der DDR fuhr. Mal sitzt sie im Frauenabteil mit lauter Damen mit dunklem Kopftuch und glitzerndem Smartphone.

Fazit

Nun – die Idee finde ich zunächst einmal ganz großartig. Wenn man eine Stadt neu entdecken und andere Wege gehen will wie die Touristen, sollte man sich einfach mal in eine Straßenbahn setzen. Da kann man rausschauen, die Stadt kennenlernen – aber auch die Menschen, die um einen herum leben.

Funfact am Rande: In meiner Wahlheimat Wien würde sie übrigens keine Linie 4 finden – es existiert nur eine U4 – eine U-Bahn also.

Allerdings bleiben die Geschichten relativ flach, die Gebäude außen bleiben grau und wenig lebendig – und die einzelnen Geschichten gehen so gut wie gar nicht in die Tiefe. Über einige Strecken kommen dann auch noch technische Geschichten über Straßenbahnen und deren Technik. Und die gehen leider mehr ins Detail als die Menschen, denen Annett auf ihren Fahrten begegnet – und die ich nun mal leider wesentlich interessanter finde. Und das gerade, weil die Städtesammlerin in so exotischen Ländern wie Kanada, Island oder Weißrussland unterwegs ist. Irgendwie wirkt immer alles grau in grau.

Häufig scheint sie beim Busfahren in eine ganz schreckliche Melancholie zu verfallen, die beim Lesen leider nur sehr wenig Spaß bringt. Aber das kann ja mal passieren, wenn man den ganzen Tag Straßenbahn fahren muss. Mein Tipp – Raus aus der Straßenbahn, rein ins Leben der Stadt. Dann werden die Erinnerungen auch etwas lebendiger.

In diesem Sinne

Eure Anke

 

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