{Die Macht der Päpste} Wo war denn da die Kirche?

Hallo Leute!

Das Thema „Die Macht der Päpste“ fasziniert mich nicht erst seit meiner Romreise 2003. Als kritischer Katholik fragt man sich auch schon das eine oder andere mal, was die da so machen in Rom. Besonders wenn man sich mit den Schrecken des Zweiten Weltkrieges näher beschäftigt, fragt man sich danach, wo denn da die Kirche war.

David I. Kertzer erzählt in seinem neuen Werk von Papst Pius XI. Und genau dieses Werk darf ich euch heute vorstellen.

Der erste Stellvertreter – Papst Pius XI. und der geheime Pakt mit dem Faschismus

Daten

Autor: David I. Kertzer

Verlag: Theiss

ISBN: 3806233829

Preis: 38€

Gebundene Ausgabe, 608 Seiten

Inhalt

Pius XI. war der erste der beiden Päpste, die sich dem Problem des Faschismus gegenüber standen. Im Gegensatz zu seinem Nachfolger, Pius XII. der weitestgehend schwieg, galt Pius XI. als Kämpfer an der Seite der Juden. In seiner Enzyklika „Mit brennender Sorge“ stellte er sich sogar offen gegen Hiter.

Doch im Geheimen hatte er ein außergewöhnlichen Pakt. Um seine Macht zu erhalten, paktierte er ausgerechnet mit dem ungläubigen und ungebildeten Duce Mussolini. Erst mit den Rassegesetzen von 1938 wird ihm bewusst, welche verhängnisvolle Verträge er da unterschrieben hat. Doch nur ein Jahr später stirbt er – und sein Nachfolger führt ihn liebend gerne weiter.

Kertzer hat mit dieser Arbeit gezeigt, wie tief die Verstrickungen zwischen Kirche und Faschismus wirklich gingen. Er wurde dafür mit dem Pullizer Preis ausgezeichnet.

Fazit

Ich persönlich finde solche speziellen Aspekte der Geschichte immer wahnsinnig spannend – schließlich gehört das Verhalten der Kirche zu den Puzzleteilen, die am Ende zur Katastrophe führen. Pius XI. ist hier sicher eine spannende Persönlichkeit – schließlich war er vordergründig ein Widerstandskämpfer, in Wahrheit aber tiefer mit dem Faschismus verstrickt war, sogar mit ihnen paktiert hat. Es entstand eine spannende Geschichte über einen feinsinnigen Geistlichen, der mit den falschen Leuten sprach und so immer tiefer in den Faschismus verstrickt wurde. Es entstand eine Verbindung, die ein kleines bisschen zynisch scheint.

Kertzer gelingt es mit seiner Erzählweise, dass man sich fast nicht wie in einem Sachbuch fühlt, sondern viel mehr wie in einem packenden Vatikanthriller allá Dan Brown. Es ist ein ausgesprochen außergewöhnliches Sachbuch, das entstand, als die vatikanischen Archive für diese Zeit 2006 geöffnet wurden.

Ein geniales, sehr lesenswertes Sachbuch – von mir gibt es klare 5 Sterne.

In diesem Sinne

Eure Anke

 

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